Daten publizieren
Forschungsdaten, die Grundlage wissenschaftlicher Publikationen, können veröffentlicht und als eigenständige Forschungsleistung betrachtet werden. Durch die Publikation von Daten können Forschungsergebnisse validiert, nachvollzogen und weiterentwickelt werden. Neue Kooperationen oder Hypothesen können entstehen, und Doppelarbeit vermieden werden.
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Daten zu veröffentlichen: in Repositorien oder als Supplement zu wissenschaftlichen Artikeln. Neben diesen Optionen besteht auch die Möglichkeit, einen beschreibenden Artikel in einem Datenjournal zu veröffentlichen.
Repositorien
Der gängigste Weg zur Veröffentlichung von Forschungsdaten ist die Nutzung eines Repositoriums.
Forschungsdaten-Repositorien sind zentrale Systeme für die Speicherung, Archivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten. Zu den Funktionen zählen die sichere Aufbewahrung der Daten, die Vergabe von DOIs und anderen Identifikatoren, die Einrichtung von Embargos sowie die Erfassung aussagekräftiger Metadaten.
Es gibt verschiedene Arten von Repositorien: generische, fachspezifische und institutionelle Repositorien. Über Plattformen wie re3data.org, fairsharing.org oder RIresources können geeignete generische und fachspezifische Repositorien gefunden werden.
Fachspezifische Repositorien beinhalten Veröffentlichungen aus einem Fachgebiet oder mehreren, meist benachbarten, Fachgebieten. Sie bieten eine besonders hohe Auffindbarkeit von Forschungsdaten innerhalb des jeweiligen Fachgebiets.
Beispiele für fachspezifische Repositorien:
- Wirtschaftswissenschaft
Der ZBW Open Economics Guide listet 2 fachspezifische Repositorien in diesem Fachbereich: - Geistes- und Kulturwissenschaften
- Sozialwissenschaften
- SowiDataNet|datorium: eine Empfehlung des Fachinformationsdienstes SocioHub
- GESIS Datenservices
- Psychologie
- Natur- und Lebenswissenschaften
- ZB MED PUBLISSO – Fachrepositorium Lebenswissenschaften (FRL)
- Max Planck Institute for Mathematics in the Sciences MATHREPO
- RADAR4Chem
Generische Repositorien stehen allen Forschungsbereichen offen und ermöglichen in der Regel die Veröffentlichung von Forschungsdaten, aber auch von Software, Videos, Präsentationen und vieles mehr.
Beispiele für generische Repositorien:
- Zenodo
Der Dienst wird durch das OpenAIRE-Konsortium und CERN betreut. - Figshare
Ein kommerzielles Repositorium der Holtzbrinck Publishing Group. Die HHU bietet keinen institutionellen Zugang. - Dryad
Fachübergreifendes Repositorium mit Schwerpunkt auf Forschungsdaten aus den Lebenswissenschaften. - OSF (Open Science Framework)
Plattform zur Verwaltung, Veröffentlichung und Archivierung von Forschungsprojekten und -daten.
Institutionelle Repositorien werden von Universitäten oder Forschungseinrichtungen betrieben und stehen in der Regel nur Angehörigen dieser Einrichtungen zur Verfügung.
Ein Beispiel ist das institutionelle Repositorium HHU ResearchData, das allen Mitarbeitenden und Forschenden der HHU kostenfrei zur Verfügung steht. Forschergruppen und Projekte können dort Forschungsdaten – bis zu einem Limit von 1 TB – mit automatischer DOI-Erstellung veröffentlichen. Durch die Möglichkeit, ein Embargo zu setzen, können Daten auch erst ab einem festgelegten Zeitpunkt öffentlich zugänglich gemacht werden.
Daten als Supplement und Datenjournale
Weitere Möglichkeiten, Forschungsdaten zu veröffentlichen, sind die Publikation als Ergänzungsmaterial (data supplement) oder in einem Datenjournal (data journal).
Forschungsdaten können als Ergänzungsmaterial zu einem wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht werden. Dabei gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:
- Daten werden als Anhang, meist im PDF-Format, zusammen mit dem Artikel veröffentlicht.
- Daten werden unabhängig vom Artikel, z.B. in einem Repositorium, abgelegt.
Bei der ersten Option, die Veröffentlichung als Anhang, werden die Daten nicht als eigenständige Publikation gewertet und sind nicht unabhängig vom Artikel zitierbar. Sie erhalten keine eigene DOI und sind nicht Open Access verfügbar, es sei denn, der Artikel selbst ist Open Access.
Bei der zweiten Option, die Veröffentlichung über ein Repositorium, erhalten die Daten einen persistenten Identifikator (z.B. eine DOI) und können als eigenständiger Forschungsoutput betrachtet werden. Im zugehörigen Artikel wird angegeben, wo die Daten zu finden sind – die Daten werden also explizit zitiert.
Datenjournale bieten die Möglichkeit, neben klassischen wissenschaftlichen Artikeln, in denen Daten interpretiert werden, auch Artikel zu veröffentlichen, in denen Daten beschrieben, aber nicht interpretiert werden.
Wie klassische Fachzeitschriften können auch Datenjournale peer-reviewed sein. Sie können als Open-Access-Journale oder als klassische, geschlossene Zeitschriften erscheinen.
Die Daten selbst werden in der Regel über ein Repositorium mit eigenem persistenten Identifikator (z. B. DOI) zugänglich gemacht. Der zugehörige Datenartikel enthält Angaben dazu, wo die Daten zu finden sind.
Einige Beispiele für Datenjournale sind:
- Biodiversity Data Journal
- Journal of Open Psychology Data
- Journal of Open Humanities Data
- Data Science Journal
Der Weg zu Publikation
Sie möchten Ihre Forschungsdaten veröffentlichen und haben Fragen dazu? Schreiben Sie uns an: fdm(at)hhu.de.
Grundsätzlich wären folgende Aspekte bei der Publikation von Daten zu beachten:
- geeignetes disziplinspezifisches Repositorium auswählen,
- Lizenz, Datenformat und Metadatenstandards festlegen,
- mögliche urheberrechtliche Einschränkungen prüfen,
- mögliche Datenschutzbeschränkungen prüfen, ggf. Daten pseudo- oder anonymisieren,
- Datenüberlassungs- und Datennutzungsvereinbarungen prüfen.
Sollten Sie Fragen zum Thema Urheberrecht oder Datenschutz haben, kontaktieren Sie die HHU Stabsstellen Justitiariat und Datenschutz.